MEINE HALTUNG UND AUSBILDUNG

Meine therapeutische Haltung

Psychisches Leid ist selten nur ein Problem des Denkens. Es zeigt sich in unseren Körpern, in unseren Beziehungen, in den Mustern, die wir oft schon lange mit uns tragen – und manchmal in den großen Fragen, die wir uns stellen, wenn das Leben uns herausfordert: Wer bin ich eigentlich? Was gibt meinem Leben Bedeutung? Wie gehe ich mit dem um, was ich nicht kontrollieren kann?

Meine Arbeit beginnt nicht mit einer Diagnose, sondern mit einer Haltung: neugierig, offen und zugewandt gegenüber dem, was da ist.

Matthias Grätz

Mein integrativer Ansatz

Meine Arbeit wurzelt in der systemischen Therapie: Ich schaue nicht auf isolierte Symptome, sondern auf Menschen in ihren Zusammenhängen – in ihren Familiensystemen, Beziehungen und inneren Mustern. Diese systemische Grundhaltung verbinde ich mit Methoden, die ich je nach Mensch und Thema einsetze.

Achtsamkeit ist dabei kein Zusatz, sondern eine Grundlage. Sie zieht sich durch meine gesamte Arbeit: als Einladung, innezuhalten und wahrzunehmen, was gerade wirklich da ist – ohne sofort zu bewerten oder zu verändern. Oft ist dieses Innehalten selbst schon ein erster Schritt zur Veränderung.

Mit IFS (Internal Family Systems) arbeite ich mit den verschiedenen inneren Anteilen – jenen Stimmen und Mustern, die uns manchmal schützen, manchmal blockieren. Ziel ist nicht, diese Anteile loszuwerden, sondern sie mit Neugier und Mitgefühl zu verstehen und in eine neue Beziehung zueinander zu bringen.

Aus der neuen Ansätzen der Verhaltenstherapie, der sog. dritten Welle, insbesondere ACT, CFT und DBT, schöpfe ich praktische Werkzeuge: Wie gehe ich mit schwierigen Gefühlen um, ohne mich von ihnen steuern zu lassen? Wie entwickle ich mehr Mitgefühl mit mir selbst? Wie handle ich, auch in Ambivalenz und Unsicherheit, nach dem, was mir wirklich wichtig ist? Diese letzte Frage berührt einen Bereich, den die existenzielle Psychotherapie ins Zentrum stellt. Themen wie Freiheit und Verantwortung, Einsamkeit und Verbundenheit, Sinn und Vergänglichkeit sind keine philosophischen Randnotizen, sondern oft der eigentliche Kern dessen, womit Menschen in die Therapie kommen. Ich scheue mich nicht, diese Fragen gemeinsam mit meinen Klient:innen auszuhalten und zu erkunden – ohne schnelle Antworten, aber mit echtem Interesse.

Dabei vergesse ich nie den Körper. Viele Erfahrungen – besonders traumatische – sind nicht in Worte gefasst, sondern im Nervensystem gespeichert. Durch meine Ausbildung in Körperarbeit und Embodiment-Ansätzen beziehe ich körperliche Empfindungen, Haltungen und Impulse aktiv in den therapeutischen Prozess ein. Der Körper weiß oft mehr als der Kopf.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Bereich Beziehung und Sexualität – Themen, die in klassischen Therapiekontexten oft zu kurz kommen. Als zusätzlich ausgebildeter Sexualtherapeut biete ich hier einen Raum, der frei ist von Bewertung und offen für alle Lebensweisen: monogam oder nicht, hetero oder queer, normkonform oder nicht.

Was mich antreibt

15 Jahre lang habe ich im Nachhaltigkeitsbereich gearbeitet – für eine Welt, in der es uns allen besser geht. Diese Überzeugung trägt mich auch in meiner therapeutischen Arbeit: Ich glaube, dass innere Entwicklung und äußere Verantwortung zusammengehören. Wer sich selbst klarer sieht – mit mehr Mitgefühl, mehr Ehrlichkeit, mehr Kontakt zu den eigenen Werten – kann auch besser für andere und für die Welt da sein.

Meine Ausbildung

Allgemeintherapeutische Fortbildungen

  • Aufbaukurs Systemische Therapie/Familientherapie (2025/26, hisw Hamburg)
  • Einführung in Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) zur Behandlung chronischer Depressionen (2025/26, FAwP Freiburg)
  • Dialektisch Behaviorale Therapie I und II (DBT) und DBT-Skills Teil I und II (2025/26, AWP Freiburg und AWP Berlin)
  • Systemischer Berater am psychotherapeutischen Weiterbildungszentrum für systemisch-integrative Konzepte ptz cormann (2021-23, DGSF akkreditiert)
  • Systemische Therapie mit der Inneren Familie (seit 2023 laufend, zzt. im Aufbautraining, IFS-Institut München)
  • Emotionsfokussierte Therapie (EFT) (2022, AWP Berlin)
  • Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) (2023, AWP Berlin)
  • Compassion-focussed therapy (CFT) (2023, AWP Freiburg)
  • Workshop Systemische Angsttherapie (2022, Dr. Bernd Schumacher, lifelessons)
  • Traumatherapie (2022, ECQAT Projekt, Online-Kurs der Universität Ulm)
  • Clinical Trauma Specialist – Individual (laufend, Online-Kurs des Arizona Trauma Institute)

Sexualtherapeutische & Queere Fortbildungen

  • Zweijährige Ausbildung zum Beziehungsdynamischen Sexualtherapeuten am Institut für Beziehungsdynamik in Berlin (2022/23)
  • Weiterbildung Systemische Sexual- und Paartherapie (2021/22, Prof. Dr. U. Clement, life lessons)
  • Weiterbildung Klinische Sexologie & Sexocorporel (2022, Dr. K. Bischof, life lessons)
  • Fighting without fighting: DBT Skills for addressing microaggressions (2022, Rachel Jones M.A., the affirmative couch)
  • Workshop  LGBTQIA+ – Arbeiten mit der Vielfalt (2022, Karina Kehlet Lins, lifelessons)
  • Healing power of open relationships (2022, Kathy Slaughter, the affirmative couch)
  • Gender minority stress and resilience in transgender and gender nonbinary clients (2022, addyson tucker, the affirmative couch)
  • Fundamentals of kink; The psychological impact of suppressing kink identity (2023, the affirmative couch)
  • Polyamorous Clients in Therapy (2023, the affirmative couch)

Körperarbeit und Körpertherapeutische Fortbildungen

  • Ausbildung zum Advanced Lomi-Bodyworker (2020/2021, bei Uwe Schorb an der Hana ka lima Schule in Hamburg)
  • Embodiment: Denkmuster durch gezielte Bewegungen verändern und stabilisieren (2022, AWP Berlin)

Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familienteherapie (DGSF)
  • Deutschsprachige Gesellschaft für kontextuelle Verhaltenswissenschaften (DGKV)
  • Arbeitskreis für Geschlechtersensible Beratung und Therapie (AGBT)
  • IFS Europe e.V.
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